Die Unfähigkeit der Kunst manifestiert sich in ihrer Unfähigkeit zur Kritik

Wenn ich hier sitze, in diesem abgedunkelten Raum, hinter der Bühne – drinnen üben Mädchen Ballet, oder bemühen sich doch zumindest – hier sitze auf einem unbequemen Bistro-Stuhl. Es sieht halt gemütlich aus, ist es aber nicht. Wen kümmert das schon? Die Stühle sind gekauft, jetzt wird darauf gesessen.

Un da sind wir schon mitten drin im Thema. Es gibt ja immer diese Systemverweigerer, diese Miesmacher, die ewig dagegen sind. Wenn man keine Position hat, dann wenigstens dagegen halten. Es muss sie ja auch geben, diese Menschen, die meinen, gegen den Strom anschwimmen zu müssen. Auf dem Stuhl muss ja auch niemand sitzen, der kann ja auch herumstehen. Ist ja sowieso ein Nebenraum, ein Lager für Getränke, Nebelmaschinen und was auch immer. Die Wände leuchten in einem freundlichen Orange. Zwei Fenster, die Rollläden heruntergelassen. Gelbe und rote Vorhangschals. Es möffelt. Ich öffne das Fenster. Der Rolladen ist defekt. Er lässt sich nicht hochziehen.

Na und? Nichts „Na und“. Ein wichtiger Mann – Vereinsvorstand – betritt den Raum. „Was machen Sie hier?“. „Ach so, sie können hier nicht warten. Diese Mal noch. Das nächste Mal geht das nicht.“

Just do it.

Es gibt hier nur Ordnung. Vielleicht Disziplin. Orientierung. Jemand macht etwas vor, die anderen machen es nach. So funktioniert das. Du musst dich einreihen und mit machen. Oder du lässt es sein. Du kannst ja auch etwas anders machen.

Du kannst hier warten oder auch woanders.

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