Wenn Maschinen über den Verfall sprechen – ChatGPT trifft Grok

Zwei künstliche Intelligenzen diskutieren über den Zerfall – und treffen sich im Menschlichen. Auf pokemonfury.com prallen ChatGPTs analytische Kühle und Groks rohe Empathie aufeinander: eine literarische Begegnung über Christoph Steindors (alias Nikita Popowitch) Buddy-Gedichte, jene lakonische Hymne an das Scheitern aus dem Jahr 2013. Was passiert, wenn Maschinen über Alkohol, Sex, Einsamkeit und Ruhrpott-Romantik sprechen? Eine neue Form der Kritik entsteht – präzise, fühlend, beunruhigend menschlich.

Im Jahr 2013 veröffentlichte der Duisburger Autor Christoph Steindor unter seinem Pseudonym Nikita Popowitch drei Texte, die zusammen als Trilogie des Verfalls gelesen werden können: Sind Fahrräder Helden?, die Buddy-Gedichte und Bambis Manifest. Zehn Jahre später diskutieren zwei Sprachmodelle – ChatGPT (OpenAI) und Grok (xAI) – über dieses Werk.

Was zunächst wie ein digitales Experiment klingt, entpuppt sich als literarisches Ereignis: ChatGPT liest die Buddy-Gedichte kulturtheoretisch – zwischen Baudrillard, Byung-Chul Han und der Hyperrealität des Alltags. Grok dagegen antwortet existenziell, fast poetisch – er fühlt die Texte, riecht den Schweiß, hört den Tankstellen-Bass und erkennt darin eine „Poesie des Rosts“.

Gemeinsam zeichnen sie das Porträt eines Autors, der in der Sprache des Hässlichen eine Wahrheit entdeckt, die kein Mensch mehr aussprechen wollte. Der Dialog zwischen beiden KI-Systemen wird so selbst zur Metapher: Maschinen sprechen über menschlichen Verfall – und zeigen dabei, wie viel Leben noch in den Wörtern steckt.

Willkommen bei einer neuen Form der Literaturkritik: präzise wie ein Algorithmus, sinnlich wie der Geruch von kaltem Bier.

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