„The Fish“ stellen sich vor

Mariko, Jelena und Ounu sind The Fish. Wir haben die drei Frauen letzte Woche Chez Louis bei Bier und Limo getroffen. Die Einsichten wollen wir euch nicht vorenthalten.

PF: Wie würdet ihr euere Kunst beschreiben?

Mariko: Da gibt es nicht viel zu beschreiben. Wir machen, was wir empfinden. Freiheit, Lebensgefühl.Der Kunstbetrieb ist ja ziemlich daneben. Wir wollen ausdrücken, was wir jetzt empfinden.

Mariko

Ounu: Da wir ja viel ausgefiltert. Als ob die uns erklären könnten, was uns bewegt. Das muss aus uns kommen.

Jelena: Meine Mutter war immer sehr streng. Das sind ja wohl die meisten Mütter. Die wollte mir immer eine Rolle aufzwingen.

Mariko: Ich würde sagen wir machen kollektive AusdrucksKunst.

Ounu: Na ja, es bringt sich ja schon jede ganz individuell ein.

Jelena: Wir sehen uns als so eine Art Superteam

Ounu

PF: Wieso nennt ihr euch „The Fish“?

Mariko: Gute Frage!

Jelena: Mariko isst für ihr Leben gerne Thunfisch mit Knoblauch! (Lacht)

Ounu; Bullshit. Wir sehen uns als einen Minischwarm. In unserer Performance geraten wir in einen flow.

Mariko: Es ist so als ob jede wüßte, was sie im nächsten Augenblick machen muss.

Jelena: Wir agieren wie ein Schwarm, obwohl jede von uns vollkommen autark handelt.

Jelena

Breaking News – Filterraum verklagt

Der Internet-Blogger Filterraum will #Kunstzertifikat verklagen. Er fühle sich „flitzpipisiert“. Die verpixelte Darstellung des Bloggers nehme er ausgesprochen ernst. Er werde den anzüglichen Tweet nun seinerseits verbreiten und so für eine Objektivierung führen. Der Blogger Heyo hatte sich bereits auf die Seite von #Kunstzertifikat geschlagen. „Wir brauchen Objektivität und mentales Wachstum“ ließ Pokemonfury dazu offiziell verlautbaren.

Talking about pattern

G. Lierschof fragt in seinem Luhmannschwartzhefte.blog vom 6. Juli 2022 „Sind Chamäleon, Alraune, Stubenfliege und Adlerfarn Künstler?“ Man möchte ihm aus vollem Herzen antworten „Ja, Künstler alle!“ denn alles ist Kunst, ein jeder Künstler, ein jeder Schmied, verwandelt sich, wünscht sich in jedwede Form, jedweden Traum. Sternenstaub alles, ein Wiederhall des Big Bang im gespiegelten Metaversum ausgespien von einer weißen Quelle, aufgesogen von einer schwarzen Senke. Da glimmt sie auf, die Kunst als Schöpferin des Lebens, fantastischer Welten um sogleich zu vergehen, in Unendlichkeit.

Rot und Blau, 2021

Natur ist Natur. Kunst ist Kunst. Abbildung ist Abbildung. Das können wir kategorisieren, ordnen, auszählen. Bis zur Unverständlichkeit und noch viel weiter. Durchnummerieren, chiffrieren. Das geht.

Das Ornament ist eine Verzierung. Es kann raumfüllend sein, reduziert auf das Wesentliche, gesteigert zum Unfassbaren, zum Unbegreiflichen, sich jedweder Abbildung entziehend.

Die Abbildung kann aus Ornamenten bestehen, deren Reduktion wird zur Hyroglyphe. Form. Symbol.

Graphic Novel, 2021

Ableitung einer anderen Form. Verkürzt. Chiffriert. Transformiert ins Metaphysische. Nur Wissen und Glauben enthalten Deutung. Entnommen und an anderer Stelle eingefügt. Geschichten erzählend.

Dann erneut aufgegriffen, einen neuen Zusammenhang schaffend, Deutungen anbietend. Vorahnungen der realen Entwicklung des Momentums.

Fuck Peace, 2021

„Fuck Peace“, als Prequel der Auflösung der Ornamente in ihre Grundbestandteile. Die Schöpfung reduziert auf Akt und Werk.

Der Künstler als Stümper, sich ständig exkulpierend, ständig scheiternd, immer der eigenen Unvollkommenheit bewusst.

Wo bist du? 2021, Acryl, 140×100 cm

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Die Unfähigkeit der Kunst manifestiert sich in ihrer Unfähigkeit zur Kritik

Wenn ich hier sitze, in diesem abgedunkelten Raum, hinter der Bühne – drinnen üben Mädchen Ballet, oder bemühen sich doch zumindest – hier sitze auf einem unbequemen Bistro-Stuhl. Es sieht halt gemütlich aus, ist es aber nicht. Wen kümmert das schon? Die Stühle sind gekauft, jetzt wird darauf gesessen.

Un da sind wir schon mitten drin im Thema. Es gibt ja immer diese Systemverweigerer, diese Miesmacher, die ewig dagegen sind. Wenn man keine Position hat, dann wenigstens dagegen halten. Es muss sie ja auch geben, diese Menschen, die meinen, gegen den Strom anschwimmen zu müssen. Auf dem Stuhl muss ja auch niemand sitzen, der kann ja auch herumstehen. Ist ja sowieso ein Nebenraum, ein Lager für Getränke, Nebelmaschinen und was auch immer. Die Wände leuchten in einem freundlichen Orange. Zwei Fenster, die Rollläden heruntergelassen. Gelbe und rote Vorhangschals. Es möffelt. Ich öffne das Fenster. Der Rolladen ist defekt. Er lässt sich nicht hochziehen.

Na und? Nichts „Na und“. Ein wichtiger Mann – Vereinsvorstand – betritt den Raum. „Was machen Sie hier?“. „Ach so, sie können hier nicht warten. Diese Mal noch. Das nächste Mal geht das nicht.“

Just do it.

Es gibt hier nur Ordnung. Vielleicht Disziplin. Orientierung. Jemand macht etwas vor, die anderen machen es nach. So funktioniert das. Du musst dich einreihen und mit machen. Oder du lässt es sein. Du kannst ja auch etwas anders machen.

Du kannst hier warten oder auch woanders.