
Das #Kunstzertifikat April 2022 erhält Charly. „Für mich ist der eigentliche Prozess des Schaffens die Konzeption, die Planung. Die Ausführung ist nicht wesentlich.“ Charly. Architekt und Künstler.

Das #Kunstzertifikat April 2022 erhält Charly. „Für mich ist der eigentliche Prozess des Schaffens die Konzeption, die Planung. Die Ausführung ist nicht wesentlich.“ Charly. Architekt und Künstler.
#Kunstregime Kann die Farbe darüber entscheiden, ob es Kunst ist oder etwas anderes? Die Farbe weiß nicht, dass sie eine Farbe ist, ist sich ihrer Konsistenz nicht bewusst. Wie also kann sie heiligen, was sie weder erfahren, noch beobachtet hat? Sie ist unschuldig oder schuldbehaftet, wie man es auch sehen mag. Wenn wir beobachten, schaffen wir dann Kunst? Eine Beobachtung ist eine Beobachtung.
NL Wenn wir die Kunst als Beobachterin zweiter Ordnung begreifen und ihre Analyse als Beobachterin 3. Ordnung begreifen und so weiter und so weiter, vertiefen wir unser Wissen um weitere Dimensionen.
#Kunstregime Die Kunst als Homöopathie? Verteilt sie Globuli und Heilswässerchen?
NL Da es nicht Aufgabe ist zu Schaffen, sondern zu beobachten, Kann ich nur aus der Unbefangenheit heraus beobachten. Zusammenbringen was zusammen gehört. Der Kröte den Teich erklären.
#Kunstregime Das Ringen um die Perspektive ist wie Loslassen, von etwas, was man nicht besitzt, was man nicht in Händen hält.
NL Der Beobachter, der sich seiner Beobachtung nicht bewusst ist, negiert – nolens volens – seine Fähigkeit nicht nicht zu beobachten, was letztlich unmöglich ist. Die Kröte beobachtet die Fliege.
#Kunstregime Die fette Fliege wird vermarktet, katalogisiert und archiviert. So sie nicht geschluckt wird.
NL Die Ausnahme bestätigt die Regel.
#Kunstregime Der Fliege Werk ist so ihr eigener Untergang.

Das #Kunstzertifikat für März 2022 geht an Luz.
„Ich arbeite Modell-gestützt. Modelle haben die Aufgabe die Realität vereinfacht darzustellen. Die wesentlichen Soll-Werte meiner Arbeiten sind durch mein Bestreben nach Ausdruck und Konstruktion geprägt. Dabei stehen erlebbar machen und nachempfinden im Vordergrund. Das formale Ergebnis ist das Werk. Das Modell ist das Medium.“
Das Gremium #Kunstzertifikat Jetzt! lobt die konsequente Ausrichtung der jungen Frau an objektiv nachvollziehbaren Kriterien. Luz leistet einen wichtigen Beitrag mit ihrem Schaffen. Mit ihren „verborgenen Bildnissen“, Übermalungen und Verklebungen öffnet sie dem Betrachter neue Erlebniswelten.
Wir freuen uns das erste #Kunstzertifikat an eine Frau verleihen zu dürfen. Luz lebt und schafft im Ruhrgebiet
Der gelbe Pfad
Man kann natürlich geradeaus eine Frage stellen, wie komme ich dahin? Wo sind meine Sherpas? Man kann Strategien entwickeln, entlang einer Mission. Kennst du deine Mission? Du, der Schamane? Welche Vision hast du?
Man könnte eine neue Kompilation zusammen stellen. Eine Playlist. Ziele und Kriterien bewerten, Wahrscheinlichkeiten berechnen. Und dann?
Wo ist dein Basislager, dein Sauerstoff?
Du musst Fragen stellen, ein Leben lang, wenn du damit aufhörst, bist du dann satt?
Demnächst wird hier ein weiteres #Kunstzertifikat vergeben! Für März steht bereits die GewinnerIn fest. Also für März bitte keine Bewerbungen mehr einreichen.
In der Reihe der #Kunstzertifikat-Materialien werden die #Kunstzertifikat-Bewertungsgrundlagen veröffentlicht
Antrag zur Förderung
#Kunstzertifikat – Materialien
Fragebogen A – #Kunstzertifikat
Fragebogen B – #Kunstzertifikat
Fragebogen c – #Kunstzertifikat
Vereinfachte Antragsstellung
Vereinfachte Antragsstellung (Erläuterungen)
Vereinfachte Antragsstellung (Ergänzung)
Hintergrundpapier zur vereinfachten Antragsstellung
Voraussetzungen zur Erlangung der Zertifizierungsreife
10-Punkte-Regel für Antragssteller
Qualifizierung (Leitfaden)
Qualifizierung (Kompendium)
Ausfüllhinweise für Fragebogen A
Policy Brief #Kunstzertifikat
Diese Liste wird ständig entsprechend den Anforderungen überprüft und ergänzt. Alle Materialien unterliegen der Aufsicht des Gremiums. Freigaben erfolgen nach Rücksprache.
Wenn alles Kunst ist, ist nichts Kunst. Wenn jeder Kunst macht, macht keiner Kunst. Wenn machen Kunst ist, stellt sich die Frage, was nicht gemacht ist? Wenn also Kunst gemacht ist, ist sie dann nicht Abbildung, Täuschung, Fake? Ist sie nicht Abbildung einer Erwartungshaltung? Ist sie nicht Produkt am Ende eines Prozesses, am Ende eines Regelkreises?
Wenn Kunst einen Prozess beschreibt, mit Aufgabengrößen und Stellgliedern, unterwirft sie sich den Normen, ist Teil der Gesellschaft. Sie erhält eine definierte Funktion, die ihr zugewiesen wird.
Wenn alles Kunst ist, ist Kunst eine Ware, ein Produkt, wie jedes Ergebnis menschlichen Schaffens. Dann aber ist sie nicht frei. Ist der Künstler nicht frei in seinem Werk. Dann kann es keine Kunst geben, in der Gesellschaft.
Jedwede Gesellschaft schließt die Freiheit aus. Die Freiheit der Andersartigkeit. Löst Gesellschaft aber Andersartigkeit auf, löst sie auch die Freiheit anders sein zu können auf. Sie duldet, erduldet. Sie erzeugt den Banausen. Gleichzeitig erzeugt sie den Idioten, der sich erhebt und nichts braucht, als Überheblichkeit.
Solange diejenigen über Kunst und das Gelingen von Kunst reden und urteilen, die nur Zustände ansatzweise zu beschreiben im Stande sind und nichts schaffen, außer Entmutigung und Abschreckung, kann nichts entstehen, wird jedem Ansatz zu schaffen, die Daseinsberechtigung entzogen.
Wo aber die Einsicht fehlt, wo Selbstverblendung herrscht, kann auch nichts daneben sein.
Setzt Schaffen schöpferische Kraft voraus, so braucht es auch Befähigung und Berechtigung. Die Berechtigung erlangt jedoch nur der freie Geist, der freie Schöpfer.
Wer aber schöpft frei? Doch nur der, der für sich allein sein Universum zu schaffen in der Lage ist. Ist Kunst das, was nicht Natur ist? Wie unterscheiden wir Kunst und Natur?
Wenn wir Kunst als Event präsentieren, steht nicht dann die Inszenierung im Mittelpunkt? Soll Kunst sich selbst feiern? Oder soll Aufmerksamkeit geweckt werden? Braucht es vielleicht Eventmanagement? Wozu dann noch das Werk?
Wahre Kunst kann nur durch Selbstreinigung erstehen. Wenn die alte Kunst zu Asche zerfallen ist, wird sie als Phönix aus der Asche steigen.
Jede Kunst ist Raubkunst. Für kleines Geld ihren Schöpfern entrissen.
Gebt die Werke ihren Schöpfern zurück!
Fortsetzung folgt…
Nachdem sich die Kunst in Wohlgefallen aufgelöst hatte, suchte sie nach Orten, ein Nischendasein zu fristen. Ein Ort jenseits und mitten in der Gesellschaft, wo jeder bekommt, was er in der Gesellschaft unterdrückt, wo es gegen Geld Leistung gibt. Mal besser mal schlechter im Bewusstsein jenseits der Norm, genormt zu handeln. In wohl regulierter Freiheit und Freizügigkeit, sich hinzugeben, sich unterordnend, kaninchengleich hoppelnd, mümmelnd und quietschend, auf Anweisung wartend, zugleich Janusköpfig verspielt oder ernsthaft bei der Sache, Qualitätsarbeit abliefernd.
So eintritt Sie, der Kunstlude, Mittlerin des Objektes jetzt jedoch Subjekt. Braucht es zudem Willigkeit und Potenz, sowohl als auch.
Prolog
Man muss anfangen, bevor es dich anfängt. Du musst anfangen, in Frage stellen, Fragen fragen. Denken finden, denken erfinden. Wenn der Tag kommt.
Wir gründen uns jetzt. Jetzt und hier. Nicht einzeln, sondern gemeinsam. #Kunstregime. Jetzt.
Wir werden hier unser Manifest verkünden. Vom Regime der Kunst.
1. Akt – Definition und Sinnfang
Es ist vom Werden am Anfang nur Leere und knurrender Magen. Also beschloss ich meiner Werdung. Der Selbstwerdung aus Nichts. Hatte ein wenig Sand zwischen den Zehen – tut aber nichts zur Sache, weil ohne Bedeutung. Ich meiner nicht allein, weil wollte viel auf einmal. Best sofort hier und jetzt. Also multiplex Zack Zack. Meinet viele, meinet sehr viele, meinet wir.
2. Akt – Wir und Ich
Wir Werdung ist kein Konjunktiv. Entstanden aus ich + viele + vielleicht. Vielleicht ist ein Dreck. Vielleicht ist unzuverlässig. Also ist Ich immer Wir. Immer klar. Immer eindeutig. Ewig vergänglich. Ohne Vielleicht. Weil wir gewordene Werdung. Von Ichung zu Wirung. Klar und sauber.
3. Akt – Die Kunst hat ausgedient
Wenn alles Realität oder Dekor. Was soll dann noch Kunst? Fragen stellen? Provokation? Schlafwandler wecken oder einhüllen? Längst hat sich alle Kunst überlebt. Eingemottet in Kellern, bewacht in Hochsicherheitstrakten. Stets sich unterordnend in höchsten Tönen singenden Kastraten, selbst unfähig zu schaffen, sich erhebend zu Hohepriestern, Päpsten und Mäzenen. Da bieten sie Ware feil, wie es die Mode verlangt. Fordernd „schafft Neues“. Auf der Suche nach Namen, nach Märkten. Die Ware Kunst ist austauschbar. Folgt den Anforderungen der Zeit im Ist. Sie taugt nicht mehr, die Kunst. Hat ausgedient, hat sich verkrochen, hinter Reproduktion und Massentauglichkeit. Hat sich verloren.
4. Akt – Das Neue fällt in das Nichts
Was soll da sein, was nicht schon längst war? Wohin mit Aufbruch in neue Zeitalter? Was geschah mit dem neuen Menschen, hat er sich verloren, abgeschliffen, die Nase bereits blutig geschlagen oder hat man sich einfach nur schlafen gelegt, säugend an der Mutter Brust Kunst? Hat es sich an einen Abgrund begeben, überlegend den letzten entscheidenden Schritt zu tun, der Wahrheit bringen soll? Nichts dergleichen. Sind doch nur lieb gewonnene Gewohnheiten, Einzigartigkeiten, die Sehgewohnheiten reizend, die Erfahrungen reizend, das Beliebige aufreizend, die freie Gesellschaft in ihren Ketten entbößend. So wird neu, was verborgen, so wird verborgen, verdeckt, was anschließend als neu feil geboten zur Ware. Es ist dies das Wesen der Kunst, am eigenen Reiz zu ersticken und zu fallen.
5. Akt – Foundation of artism
We should fight any art. No art no war. Stop art now. Artism now. Die Kunst hat abgedankt. Niemand weint ihr eine Träne nach.
Ich frage mich manchmal „Was geschieht eigentlich mit all diesen pausenlos angefertigten Aufnahmen? Ständig gezückte Kleinbildkameras (wenn überhaupt, weil retro), Mobilfunkgeräte und Actioncams.“ Alles gespeichert und abgelegt, zusammengestellt zu „Erinnerungen“ in aufpoppenden Alben? Welche Algorithmen mögen dahinter stehen? Wessen Überlegungen sind hier in Zahlenwerken zu Grunde gelegt?
Meine Beschäftigung mit Photographie geht bis in meine späte Kindheit zurück. Wir besaßen eine Zeiss-Voigtländer Kleinbildkamera mit Tessarobjektiv. Dafür war ich zu klein. Besser das Gerät lag unbenutzt im Schrank. Ich bekam eine Agfa mit Fixfokus zum 9. Geburtstag. Einen Film gab es dazu. „Du fotografierst sowieso nur Unfug.“ Der fertige Film musste ja entwickelt werden. Die Ergebnisse galten als nicht brauchbar. Na ja. Einige. Wenn ich versuchte durch Bewegen der Kamera besondere Effekte hervorzurufen.

Selbstauslöser. Es war möglich mit der Zeiss-Voigtländer Aufnahmen mit dem Selbstauslöser zu machen. Die Serie sollte möglichst natürlich wirken, wie Schnappschüsse. Das Licht kommt durch ein Oberfenster schräg von der Seite.
Bei der Fotografie ist mir wichtig, Situationen und Gefühle einzufangen oder einfach zu dokumentieren. Schöne Landschaften perfekt einzufangen interessiert mich nicht. Dafür gibt es Postkarten.
Die kühle Distanziertheit moderner Modefotografen mit ihrer perfekten Technik, aufwändigem Equipment und vielfältigen Nachbearbeitungungsmöglichkeiten, ist sicherlich ein Faszinosum, für den Augenblick, gerät jedoch schnell zum offensichtlichen Fake.
Elitäre, aufgeblähte Ästhetik, unerreichbar für Sterbliche. Götter der Fotografie, erhoben zu Lebzeiten in den Olymp der schönen Künste.

Doch was ist Ästhetik? Was kann uns heute Ästhetik sein? Die perfekte Abbildung einer Nase? Die Windungen eines Ohres? Das Gehäuse einer Schnecke?
Die Frage ist ja, was sehen wir, was wollen wir sehen, was wird uns gezeigt? Was empfinden wir vor dem Bild? Das eine Mal konsumieren wir die Vielzahl der Abbildungen, mit denen wir uns konfrontiert sehen; dann wieder halten wir inne und verweilen, verlieren uns im Bild.

Irgendwann kam mir eine alte Polaroid mit zwei Schwarzweiß Filmen in die Finger. Das Material war sichtlich gealtert und ich war mir nicht sicher, ob man mit den Ergebnissen etwas anfangen könnte. Mit einem Spezialstift musste nach dem Entwickeln noch ein Fixativ aufgebracht werden.

Ich liebe diese Zufälligkeiten, die sich unbeabsichtigt ergeben. Sei es die unbelichtete Stelle rechts, die sich wie ein Balken in das Bild hineinzieht oder oben links die Stelle, die wie angefressen aussieht. Die Ausfransungen ergeben sich durch das Abreißen von der Filmrolle. Erstaunlich ist der Kontrast, schließlich ist der Hund schwarz. Schön, wie sich graphische Elemente mit der Natur verbinden. Das Photo ist ca. 1980 entstanden, irgendwann im Sommer des Jahres.
