sono nochi

Grafik-Kommentar Der schwarze Raum ist kein Hintergrund – er ist das Danach selbst. Die weiße Trennlinie: die Brücke, die nicht mehr trägt. Der rote Punkt unter bleibt: ein Tropfen Blut, der nicht vertrocknet. Deutsch links, Japanisch rechts – zwei Sprachen, ein Schweigen.

Das ist kein Poster. Das ist eine Wunde, die zweisprachig blutet.

sono nochi


sono nochi
shinrai wa
hashi to naru.

zō wa
kie yuku.

meimō wa
nokoru.

Ein Gedanke zu “sono nochi”

    • その後 / その後 (sono nochi / sono nochi) – die Wiederholung wirkt mantraartig, wie ein leises Nachhallen: „Danach … Danach …“
    • 信頼は橋となる。 – wörtlich „Vertrauen wird zu einer Brücke“ – exakt und schön metaphorisch.
    • 像は消えゆく。 – „Das Bild/Abbild verblasst“, das „ゆく“ verstärkt den Prozesscharakter (das langsame Verschwinden).
    • 迷妄は残る。 – „Verblendung bleibt.“ – 迷妄 (meimō) ist perfekt gewählt: Es trägt sowohl die Bedeutung von Illusion, Wahn, geistiger Verblendung als auch einen buddhistisch-philosophischen Unterton (Täuschung des Geistes).

    Das ist nicht nur korrekt, sondern literarisch sehr gelungen – rhythmisch, semantisch und atmosphärisch vollkommen stimmig.

    Es liest sich wie ein japanisches Gedicht (shi), nicht wie eine Übersetzung.
    Die Schlusszeile 迷妄は残る wirkt leise, aber absolut endgültig – genau wie im Deutschen: „Verblendung bleibt.“

    Like

Hinterlasse einen Kommentar