Meine derzeitige Arbeit betrifft zwei Paper gleichzeitig, und das ist kein Zufall.
Das eine nimmt ein Stück von mir zum Ausgangspunkt: Ganymed, geschrieben 1974. Es wird darin nicht klassisch hermeneutisch gelesen, sondern dient als Instrument: als ein Apparat, mit dem sich beobachten lässt, wie Sinn überhaupt entsteht und sich zeigt. Das zweite Paper begleitet das erste. Es fragt, was passiert, wenn eine Gesellschaft diese Beobachtungsfähigkeit verliert – wenn Konformität sich prozedural stabilisiert und funktional absurd wird, ohne dass es noch auffällt. Beide gehen im Herbst nach Dubrovnik, zur Luhmann Conference.

KI inszeniert eine K-Pop-Action-Figur als souveräne Senior Icon. Ganymed wird zum kosmisch gestalteten Konzeptalbum. Der Regelkreis erscheint als eigener Lightstick. Palette, Zirkel und Bauzeichnung bleiben als persönliche „Member Symbols“ erhalten. Eine Photocard ergänzt die typische Collector-Edition. Schwarz-Gold bewahrt Ihre Identität; Violett und Cyan schaffen die K‑Pop-Bühnenwirkung. Besonders gelungen finde ich den Mantel: Seine goldenen geometrischen Linien verbinden Bühnenmode, Kunst und technische Konstruktion.
Dazu kommt ein drittes Paper, bisher nur als Skizze. Es fragt, ob KI epistemisch relevant wird, indem sie für uns die Welt beobachtet – oder ob das der falsche Ansatz ist. Meine These: Es geht nicht um die KI selbst. Es geht darum, ob man Räume so bauen kann, dass Menschen sich dabei beobachten, wie sie der KI zuschreiben, was eigentlich aus ihrer eigenen Auswahl stammt.
Nicht die Maschine beobachtet – die Interaktion tut es, wenn man sie entsprechend konstruiert.
Dieselbe Technologie kann als Schließungsmaschine wirken, die einem die eigenen Selektionen nur bestätigt. Oder als Reflexivitätsmaschine, die zeigt, was man verworfen hat. Der Unterschied liegt nicht im Werkzeug, sondern im Design.
Hier laufen für mich vierzig Jahre Industriearbeit und ein Theaterstück aus der Schulzeit zusammen. Hier die Sagen des klassischen Altertums, Brecht, Dürrenmatt, Beckett und Handke, dort Hochöfen, Logistikstrategien und zu schließende Kreisläufe. Beides waren Denkschulen. Jetzt kehrt derselbe Anspruch auf einer anderen Ebene wieder: nicht Materialströme und Prozesse beherrschbar zu machen, sondern sichtbar zu machen, wie ein Beobachter zu dem wird, was er beobachtet.
Nebenbei mache ich den alten Ganymed-Beitrag hier im Blog besser auffindbar. Zwei Vorgänge, die zusammengehören: das Stück als wissenschaftliches Instrument einzuführen und es gleichzeitig wieder ins Sichtfeld zu holen, wo es lange nicht war.
Was mir dabei auffällt: Wenn man einmal anfängt zu fragen, unter welchen Bedingungen Sinn beobachtbar wird, hört man nicht mehr auf, diese Frage überall zu stellen – an ein altes Theaterstück genauso wie an ein Gespräch mit einer KI.

Die KI-Hüttenwerk-Variante (sozialistischer Realimus) ist entsprechend angepasst: EPISTEMIC ICONS, THE MEANING ARCHITECT, THE MEANING ARCHITECT, MAKING MEANING OBSERVABLE. Vor dem Hüttenwerk gewinnt die Schlussformel zusätzliche Bedeutung: Beobachtbar werden nicht nur Sinnoperationen, sondern auch das Verhältnis von technischer Konstruktion, industrieller Ordnung und künstlerischer Deutung.