„Erinnerungen einer Wasserflasche“ auf dem Weg zum Film.
„Eine Causa Complexa“ lässt sich als epistemische Umgebung betreten: als ein Raum, in dem Wahrnehmungen, Erinnerungen, Sprachspiele und Bilder vorläufige Zusammenhänge bilden. Beim Lesen versuchen wir, uns zu orientieren. Doch ein Wort, eine Korrektur oder eine beiläufige Bemerkung kann die Situation bereits verändern.
Schöpfen, Schöpfung, Erschöpfung. Ein Wasserhahn, ein Warteraum, Gedanken, die abschweifen. Mein Text „Eine Causa Complexa – Erinnerungen einer Wasserflasche“ soll zum Film werden. Hier zeige ich die ersten Probeszenen.
Mit der Verfilmung möchte ich untersuchen, wie sich dieser Vorgang in Bildern und Stimmen fortsetzt. Die ersten Probeszenen zeigen eine mit Claude erarbeitete Lesart. Sie geben dem Text sichtbare Orte und Gegenstände – und werfen damit die Frage auf, was jede solche Festlegung eröffnet und was sie unsichtbar macht.
Die Sequenz ist eine erste Referenz für die weitere Arbeit: Wie verändern Bilder und eine Stimme den Text? Was wird sichtbar, was bleibt offen, welche Verbindungen entstehen?
Für diesen Versuch hat Claude das Drehbuch erstellt und das Bildmaterial recherchiert. Ich habe bislang nur wenig eingegriffen – etwa an einer Stelle ein Waschbecken durch ein Pissoir ersetzt. Die Sprecherstimme ist eine KI-Stimme; die Bilder stammen aus freiem beziehungsweise lizenziertem Material.
Im nächsten Schritt möchte ich eigenes Bildmaterial verwenden und die weiteren Teile des Textes filmisch umsetzen. Die hier gezeigte Fassung hält den Anfang dieses Prozesses fest.
Mich interessiert, welchen Eindruck die Sequenz bei euch hinterlässt. Welches Bild, welcher Satz bleibt hängen?